Bis dahin haben wir aber noch ein Stück Weg vor uns und ähnelich dem Tag gestern, eine nautisch beachtenswerte Ecke zu Runden. St. Albans Head mit seinen Overfalls steht Portland Bill nur wenig nach. Es gibt zwei, die Ecke mit der langgezogenen Untiefe zu Runden, die Inshore Passage, nahe an den Klippen entlang oder außen herumsegeln. Bei dem angesagten Südwestwind entscheide ich mich morgens für den langen Weg und lege den Navigationspunkt auf dem Plotter so fest. Aber erst fahren wir an der Tankstelle vorbei. Hier helfen wir einer Katamarancrew beim Anlegen. Die planen Nonstop durch den Kanal und dann auf die Biskaya hinaus nach La Rochell zu segeln. Auch nicht schlecht, dort ist es bestimmt noch etwas wärmer als hier. Obwohl heute Jackentag angesagt ist, denn die Wolken hängen wie eine Art Hochnebel in den Klippen.
Nach dem Tanken laufen wir aus und segeln raumschots mit guter Fahrt voran. Heute ist wirklich segeln angesagt, was supergut tut. Ich bin froh über unseren guten verlässlichen Diesel, aber die Ruhe des Segelns zu genießen ist auch schön.
Unterwegs beobachte ich die anderen Mitsegler, heute sind einige mit uns unterwegs und alle anderen fahren zielstrebig auf den Inshore Weg zu. Auf dem AIS kann ich erkennen, dass die ersten vor uns die Stelle schon passiert haben. Somit entscheide ich mich um, stelle den neuen Kurs auf dem Plotter und der Windfahne ein und folge einem englischen Segler durch die Overfalls. Die sind heute spannend, es rumpelt deutlich vor dem Kap im tiefen Wasser. Hier vereinigen sich die Strömungen aus der Bucht und von Kanal und die Geschwindigkeit über Grund nimmt rasant zu. Der normale Wind wird von dem Fahrt Wind fast aufgehoben. Ich halte mich an die Beschreibung im Reeds und deutlich unter Land, denn weiter draussen kann man deutlich die Brandungswelle durch den Strom sehen und hören. Das Meer grollt hier richtig. Dann bin ich um die Ecke und fahre zielstrebig auf eine unruhige Wasserstelle zu. Hier entstehen die Overfalls an den Klippen und ziehen sich hinaus aufs Meer. Je weiter man Richtung mehr unterwegs ist, um so höher werden sie. An dem Segler vor mir kann ich erkennen, dass es rumpeln und pumpeln wird, aber nicht gefährlich wird. Dann fährt der Idefix ein und wird hin und her geschüttelt, denn die Wellen kommen unkontrolliert aus allen Richtungen und man hat kaum eine Chance, sie auszusteuern. Da der Strom einen immer noch rasant vorwärtstreibt, hört es auch so schnell wieder auf, denn das Wasser wird wieder tiefer. Ich stelle den neuen Kurs, auf die Ansteuerung der Needls für den Solent ein und Idefix rauscht bei raumem Wind gut voran. So fühlt sich das Segeln gut an.
An den Needls ist die Sicht durchwachsen und die Wolken hängen noch tief. Ich fahre in das Fahrwasser ein und rolle dazu noch die Fock ein, denn jetzt kommt der Wind von hinten. Es geht immer noch mit rauschender Fahrt in den Solent, der angefüllt mit bunten Segeln ist. Überall laufen Regatten für die berühmte Cowes Week.
Vor der Hafeneinfahrt bergen wir das Großsegel und auf dem Weg in den schönen Yachthafen begegnet uns noch die große Fähre rüber nach Yarmouth, was in dem schmalen Schlauch von Fahrwasser spannend ist.
Dann lassen wir den Nachmittag und Abend gemütlich im Cockpit und später unter Deck ausklingen, dank des Windes ist es hier entgegen zuhause angenehm kühl.




RSS Feed