Im Hafen setzen wir das Großsegel und da es noch leicht dämmert ist es im zweiten Reff schon vorbereitet. Hier muss ich noch eine Runde drehen und das Reff nachsetzten. Dann geht es aber in den Einfahrtsschlauch, in der am Ende zwischen den Molenenden mit den Leuchtfeuern dicke Wellen zu sehen sind. Idefix stampft elegant hindurch und nach der Einfahrt kann ich leicht abfallen, so das der Norwestwind das Großsegel ausbläst und das Boot so stabilisiert.
Zügig fahre ich aus dem Hafenbereich hinaus. Wir sind ja um Niedrigwasser hin unterwegs und so gibt es hier einige flache Stellen, auf die man achten muss. Der erste Wegepunkt auf dem GPS-Navi ist erreicht und ich kann weiter abfallen. Die Fock kommt dazu, aber auch deutlich kleiner als normal. Ich rolle sie nicht ganz aus. Den Motor nehme ich in den Leerlauf und Idefix schnuppert Rennluft. Er saust mit halben Wind einfach los.
Unterwegs frischt der Wind auf knappe fünf Windstärken auf und die Wellen werden deutlich höher. Bei guten 35 Meter Wassertiefe und dem offenen Kanal nach Westen haben sie viel Zeit sich zu entwickeln, bringen aber einen langen Abstand mit, sodass Idefix entspannt die Berge hinauf klettert und wieder herab surft.
Da an Bord die Sicherheit klar vorgeht, picke ich mich auch im Cockpit an.
Hier starte ich die 10er-Challenge. Ich fange an zu steuern und trimme das Boot ordentlich, mit ausgerollter Fock und jage die Wellen hinab. Das Ziel ist, dass auf der Logge so oft und lange wie möglich die 10 Knoten stehen, damit wir gut zügig vorankommen. So kann man den leichten Gegenstrom, der aktuell herrscht, kompensieren und gefühlt die Halberg-Rassy, die uns überholt hat, wieder einholen. Er hatte alles an Segel gesetzt, was er hatte und schlägt, was wir beobachten können immer wieder mal in den Wellen quer. Ich schaffe es dagegen, Idefix immer wieder in einen rasanten Surf zu bringen und die Wellen hinab zu gleiten. Die werden mit der Zeit immer höher, denn langsam nimmt in Richtung Hafen die Wassertiefe ab und so bauen sie sich hoch hinter uns auf.
Im Hafen finden wir mit einem guten Blick auf die Kirmes eine Box. Neben uns liegt der Nachbau einer Spirit, die durch die Teilnahme bei James Bond berühmt geworden ist. So liegt Holzboot neben Holzboot, schön.
Wir entspannen uns bei einem leckeren frischen Abendessen und erholen uns von dem wilden Tag. Am Ende stehen 80 Seemeilen auf der Logge und ein Schnitt von 6 Knoten, was für so einen kleinen Renner wie den Idefix echt super schnell ist.








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