Idefix' Reisen
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Die 10er Challenge auf dem Weg von der Alabaster- zur Opal-Küste

8/5/2025

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Segeln in Tidengewässern und Urlaub passen irgendwie nie zusammen. Die Gezeiten halten sich nie an die Urlaubsregeln, wie lange ausschlafen und gemütlich Frühstücken und so weiter. So schellt der Wecker um halb fünf. Also theoretisch, denn in der Zeit vorm Wecker haben wir nur noch unruhig geschlafen und beide heimlich auf das leise Heulen des Windes gehört. Es sind aber nur gemessene vier Windstärken, also machen wir uns segelklar und kochen den Kaffee. Dann legen wir trotz des Windes entspannt ab und müssen beide ein wenig grinsen, wenn wir an die vielen spannenden Hafenmanöver denken müssen, die wir in den letzten Tagen hier gesehen haben.
Im Hafen setzen wir das Großsegel und da es noch leicht dämmert ist es im zweiten Reff schon vorbereitet. Hier muss ich noch eine Runde drehen und das Reff nachsetzten. Dann geht es aber in den Einfahrtsschlauch, in der am Ende zwischen den Molenenden mit den Leuchtfeuern dicke Wellen zu sehen sind. Idefix stampft elegant hindurch und nach der Einfahrt kann ich leicht abfallen, so das der Norwestwind das Großsegel ausbläst und das Boot so stabilisiert.
Zügig fahre ich aus dem Hafenbereich hinaus. Wir sind ja um Niedrigwasser hin unterwegs und so gibt es hier einige flache Stellen, auf die man achten muss. Der erste Wegepunkt auf dem GPS-Navi ist erreicht und ich kann weiter abfallen. Die Fock kommt dazu, aber auch deutlich kleiner als normal. Ich rolle sie nicht ganz aus. Den Motor nehme ich in den Leerlauf und Idefix schnuppert Rennluft. Er saust mit halben Wind einfach los.
Ich hänge Windy, unsere Windselbssteueranlage, ein und Idefix rast mit halben Wind los, Kurs Nordost. Ja, man könnte nach Dieppe ausweichen, anfänglich würde das einfach gehen, aber so langsam führt uns der schnelle Kurs immer weiter weg vom Land, hinaus auf den englischen Kanal mit Kurs Boulogne-sur-Mer. 
Unterwegs frischt der Wind auf knappe fünf Windstärken auf und die Wellen werden deutlich höher. Bei guten 35 Meter Wassertiefe und dem offenen Kanal nach Westen haben sie viel Zeit sich zu entwickeln, bringen aber einen langen Abstand mit, sodass Idefix entspannt die Berge hinauf klettert und wieder herab surft.
Da an Bord die Sicherheit klar vorgeht, picke ich mich auch im Cockpit an.
Wie angekündigt raumt der Wind leicht und dreht weiter auf West. Die Wellen folgen dem Wind und heben Idefix und damit auch uns immer wieder am Heck an, danach surfen wir mit rauschender Fahrt ins Wellental. Das wiederholt sich alle fünf Wellen, die fünfte ist in der Regel ein wenig höher als die anderen. Auf dem AIS-Monitor können wir ein Segelboot sehen, das uns aus Fécamp folgt. Es kommt nur langsam auf und braucht gut Dreiviertel der Gesamtstrecke, um uns zu überholen.
Hier starte ich die 10er-Challenge. Ich fange an zu steuern und trimme das Boot ordentlich, mit ausgerollter Fock und jage die Wellen hinab. Das Ziel ist, dass auf der Logge so oft und lange wie möglich die 10 Knoten stehen, damit wir gut zügig vorankommen. So kann man den leichten Gegenstrom, der aktuell herrscht, kompensieren und gefühlt die Halberg-Rassy, die uns überholt hat, wieder einholen. Er hatte alles an Segel gesetzt, was er hatte und schlägt, was wir beobachten können immer wieder mal in den Wellen quer. Ich schaffe es dagegen, Idefix immer wieder in einen rasanten Surf zu bringen und die Wellen hinab zu gleiten. Die werden mit der Zeit immer höher, denn langsam nimmt in Richtung Hafen die Wassertiefe ab und so bauen sie sich hoch hinter uns auf.
Besonders hoch und Steil und genau von achtern rollen die Wellen auf die Einfahrt zu. Der Surf hinab wird immer rasanter und wir müssen noch ein Manöver fahren. Möchte ich bei dem Wind und der See wirklich eine Halse fahren? Ich kneife und kurz vor der Einfahrt machen wir mit Hilfe der Maschine eine Q-Wende, denn das Großsegel wird erst im sicheren Hafen geborgen, dort ist das schon schwierig genug. 
Im Hafen finden wir mit einem guten Blick auf die Kirmes eine Box. Neben uns liegt der Nachbau einer Spirit, die durch die Teilnahme bei James Bond berühmt geworden ist. So liegt Holzboot neben Holzboot, schön.
Wir entspannen uns bei einem leckeren frischen Abendessen und erholen uns von dem wilden Tag. Am Ende stehen 80 Seemeilen auf der Logge und ein Schnitt von 6 Knoten, was für so einen kleinen Renner wie den Idefix echt super schnell ist.
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    Nimm teil an den Abenteuern des Segelboot Idefix. Einer Waarschip 28LD.

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