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Heute Morgen hole ich in Cadzand gegen acht Uhr unsere Lieblingsbrötchen im Sparmarkt und drehe meine übliche Runde an der Nordsee entlang zurück zum Hafen. Alles wieder wie immer. Ja und nein, denke ich, während ich bei der Windstille am Morgen über die bleierne Nordsee schaue. Vor drei Tagen hat sie noch gefühlt gekocht und uns auf dem Weg nach Dünkirchen gezeigt, ich kann auch anders. Und das ist wichtig, der Respekt vor der Natur und den Naturgewalten. Achtung haben und genießen, was man erleben darf. Da gibt es wilde Tiere, große Delfine, die mit Freude vorbeischauen, neugierige Robben oder kleine Schweinswale, die sich in unserer Nähe aufhalten. Das haben wir erlebt auf den 639,9 Seemeilen (1.185,1 km). Wir haben die Natur beachtet und die Technik genutzt, um sicher durch die Zeit zu kommen. So konnten wir gestern Abend gemeinsam sagen, wir haben die Reise als Team gemeistert und sind sicher zurück in Cadzand am Strandhafen gelandet. Und ja, am liebsten würden wir sofort wieder aufbrechen.
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Der Morgen startet gemütlich und wir frühstücken noch im Hafen, denn die Tide kommt erst verhältnismäßig spät in unsere Richtung. Etwas Hektik verbreite ich, als die hintere Brücke aufgeht und wir eine Schleuse erreichen können. Am Ende war ich zu früh. Die Nordsee liegt bleiern vor uns und der ablandige Wind reicht leider nicht zum Segeln. So motoren wir Kurs Zeebrügge. Auch wenn es eine der kürzesten Strecken von Oostende nach Cadzand im Rückblick auf den Urlaub ist, zieht sie sich, denn es ist der letzte Törn dieser schönen Urlaubswochen. Heute bekommen wir das erste Mal die Festlandhitze zu spüren, die die letzten Wochen über Europa festgesessen hat und man sieht, dass Urlaubszeit ist. Der Strand an der belgischen Küste ist gepflastert mit Sonnenschirmen. Dazu sind ganz viele Boote auf dem Wasser unterwegs. Kann ich an so einem ruhigen Tag sehr gut verstehen.
Der Controller vom Hafen Zeebrügge hat auch alle Hände voll zu tun, soviel Funkverkehr habe ich bisher noch nie auf der Funkfrequenz mitbekommen. Ich ziehe meinem Hut vor ihm, dass er dabei die Ruhe und Übersicht behalten hat. Wie gestern setzt die mittägliche Seebrise ein und wir können die letzten 7 Seemeilen bis Cadzand segeln. Der Wind legt langsam zu und es ist noch ein rauschender Abschluss des langen Urlaubstörns. Im Hafen düsen wir schnell zum Sparmarkt und kaufen ein paar frische Kleinigkeiten für ein leichtes Abendessen ein, dann geht Nicole noch an den Strand schwimmen. Hier in Cadzand ist in jeder Hinsicht Hochsommer. Als Tagesabschluss gibt es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Wir stehen in Dünkirchen recht normal auf, denn die Strecke bis Oostende ist im Vergleich zu gestern harmlos. Auch der Wind soll laut der Vorhersage brauchbar sein. So machen wir schnell das Frühstück im Hafen und laufen aus. Irgendwie ist das mit den Wetterfröschen und dem Wind so eine Sache, denn es gibt keinen Wind und schon gar nicht aus der richtigen Richtung. Aber erst mal frühstücken. Dann motoren wir eine ganze Weile. An der belgischen Küste nimmt der Wind dann zu und kommt aus einer ganz anderen Richtung als angesagt. Sorgt aber für einen richtig gutes und wildes segeln. So gibt es einige Kreuzschläge bis Oostende. Vor der Hafeneinfahrt besucht uns noch eine neugierige Robbe. Erst schwimmt sie hinter uns, folgt uns dann aber auch noch etwas in Richtung Hafen. Die Tierwelt ist schon wundervoll.
Der Hafenmeister an der Schleuse hat uns am Namen schon erkannt und freut sich darüber, dass wir wieder in seinem Hafen sind. Dann bummeln wir später noch etwas durch die Stadt und schließen die Runde beim Inder ab. Hier ist es dieses Mal spannend, denn es sind Bühnen aufgebaut und beim Warten bekommen wir Livemusik geboten. Gerade grollt auch noch der Sound durch die Straßenschluchten von Oostende und hört sich hier im Hafen nicht so gut mehr an. Das indische Essen im Cockpit ist dafür wie immer eine Wucht und super lecker. …wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?!Die alte Comicserie ist uns beiden gestern Abend schon in den Sinn gekommen. Ja, heute steht an, England wieder zu verlassen und Kurs Festland einzuschlagen. Es ist ein Tag der gemischten Gefühle, denn wir haben noch Schönes vor uns und die ganze Woche frei. Und doch ist es ein erster Abschluss des wunderschönen Urlaubstörns. Und dann startet der Tag. Auslaufen ist ab neun Uhr OK, so stehen wir recht normal auf und ich düse noch zum M&S Supermarkt und besorge uns Brötchen, die wir unterwegs für das Frühstück schmieren wollen. Dann noch den Kaffee kochen und ab geht es. Ich melde uns bei Dover VTS an und wir dürfen sofort durch das Westgate mit Kurs Calais auslaufen. …who's the boss?Die Überschrift haben wir für den letzten Urlaubsblockeintrag 2016 schon für unseren damaligen Urlaubstripp mit der Balena nach England gewählt, denn die Nordsee hat vor IJmuiden damals deutlich gezeigt, was sie alles kann. (https://www.balenaswelt.de/blog/whos-the-boss) Heute steht zum einen die Querung der Grenze zwischen Atlantik und Nordsee an. Dazu segeln wir zurück zum Festland und es sind vier Windstärken hoch am Wind angesagt, mit einem Winddreher, der uns über Tag nach Dünkirchen bringen soll. Beim Setzen des Großsegels im Vorhafen von Dover entscheiden wir uns für das zweite Reff im Großsegel und verkleinern es ordentlich. Ich habe es noch im Hafen vorher etwas anders am Großbaum gebunden und so stand unser Segel deutlich besser. Dann rauschen wir aus dem Hafen, rollen die Fock aus und der Tanz vor dem Hafen von Dover beginnt. Es geht direkt mit kreuz und quer laufenden Wellen los, dazu eine steife Brise, die uns aber gut den geplanten Kurs einschlagen lässt. Nicole geht dann nach dem Verlassen des Hafens unter Deck, um das Frühstück zu machen. Dafür klemmt sie sich zwischen Küche, Motorblock und Navigationstisch ein und bereitet leckere Brötchen vor. Aber es ist eher ein Kampf, das alles hinzubekommen und dabei auch fit zu bleiben, denn unter Deck fühlen sich die Wellen und die Geräusche des Bootes um ein Vielfaches schlimmer an. …wenn der Kaffee beim Trinken aus der Kaffeetasse geweht wird Dann gibt es Frühstück und Kaffee. Ich sitze auf der Luvseite und steuere den Idefix durch die Wellen und versuche ihn nicht zu sehr in die Wellentäler krachend fallen zu lassen. Dabei wird mir fast der Kaffee aus der Tasse geweht. Aber ich lasse mir den nicht vom Atlantik stehlen.
So geht es weiter und dann stehen wir an der virtuellen Bordsteinkante der Großschifffahrtsstraße. Das ist ein bisschen wie eine Autobahn zu Fuß zu queren. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind im Verhältnis ähnlich. Nicole geht immer wieder unter Deck und holt mir vom AIS-Monitor die Rufzeichen der Frachter. So kann ich sie auf dem internationalen Verständigungskanal VHF 16 anfunken und fragen, ob sie vor oder hinter uns vorbeifahren. Es ist zum Glück recht ruhig und wir müssen in erster Linie auf einen riesigen Containefrachter achten und können einen polnischer Windjammer anschauen, der unter Maschine gegen den Wind fährt. Die Wellen werden dann in dem Fahrwasser Kurs Dünkirchen höher und wilder, denn der Tidenstrom nimmt immer weiter zu. Das heißt, dass der Strom gegen den Wind und damit die Wellen läuft und die sich höher auftürmen. Jetzt müssen wir nur noch auf die Fähren achten, die hier das Fahrwasser entlang rasen. Wir beide sind mittlerweile von dem Geheule des Windes und dem ständigen auf und ab des Idefix durch die Wellen gerädert und wir wollen nur noch ankommen. Irgendwann müssten wir auch noch kreuzen und ab dem Zeitpunkt mache ich die Maschine an und wir dampfen nur noch mit dem Großsegel dazu weiter. Gegen 19 Uhr laufen wir in Dünkirchen ein und sind froh, dass wir am Morgen noch telefonisch eine Box zugewiesen bekommen haben. Für den Bezahlvorgang mit Handy muss ich mich auf den Steg setzen, denn meine Beine wackeln noch vom ganzen Tag. Jetzt gibt es noch etwas leckeres zu Essen, eine Dusche und dann eine Koje. …aber das frühe Aufstehen hat sich in zweierlei Hinsicht gelohnt. So früh am Morgen in den Sonnenaufgang starten fühlt sich wundervoll an. Und, wir kommen zügig mit gutem Wind und schiebendem Wasser voran. Heute steht der Kurs nach Dover an. Erst einmal gibt es wundervolle Videos für den Instagram Account (https://www.instagram.com/waarschip_idefix/) und Fotos vom Sonnenaufgang. Dazu gibt es Kaffee und Frühstücksbrote. Der Wind nimmt langsam weiter zu und ich kann die Maschine ausschalten. Zwischendurch nimmt der Wind wieder etwas ab und ich setze unseren Code 0, Codename der Rote, der Idefix gut vorantreibt. Dann nimmt der Wind ordentlich zu und ich berge den Roten wieder und es geht bis zum Kap Dungenees mit rauschender Fahrt voran. Dort kommt dann der Wetterumschwung zum Tragen und der Wind schläft erst ein wenig ein und dreht dann um 180 Grad und wird schnell wieder segelbar. Er nimmt soweit zu, dass wir vor dem Hafen von Dover noch zwei Reffs ins Großsegel binden, um das Boot handhabbarer bei dem vielen Wind zu machen und auch für unsere Sicherheit. Dann rauschen wir in den Hafen, bekommen eine Box zugewiesen und freuen uns jetzt auf Fish&Chips vom Castle Take Away aus Dover. Immer eine Reise Wert.
Heute stehen nur 20 Seemeilen an. Nach den vielen langen Strecken der letzten Tage ein echter Sprint nach Eastbourne. Noch können wir die Zeit Auskosten und so fahren wir heute nur die kurze Strecke von Brighton nach Eastbourne. Die Sonne lacht von blauem Himmel und der Wind ist wie angekündigt nur eine leichte Brise. So tuckern wir früh los und kommen gut nach Eastbourne. Dabei können wir ganz nah an den Kalksteinformationen wie den Seven Sisters und auch dem Kap Beachy Haed mit seinem im Wasser vorgebauten Leuchtturm entlangfahren. Auf dem Weg musste ich ein wenig Diesel nachfüllen, damit wir auch Sicher ankommen. Wir haben ja nur einen sehr kleinen Tank an Bord, dafür aber die selbe Menge noch einmal in Kanister für Notfälle dabei. Und das Befühlen ist geübt und klappt sehr gut, ohne etwas zu verschütten. Unterwegs haben wir kurz die Flosse eines Schweinswal gesehen und beim Einlaufen eine Robbe im Vorhafen. Die Robbe hat einen roten Rücken und schaut fast aus, dass sie blutet. Wir haben uns erkundigt, dem ist nicht so, zum einen ist ein Metall im Wasser, das die Robben hier so einfärbt und dazu sind sie gerade in der Paarungszeit und zeigen sich so von Ihrer besonders schönen Seite.
In Eastbourne kommen wir gut durch die Schleuse und bekommen eine Box Mitten im Hafen zugewiesen. Zum Ausgleich bummeln wir heute ein wenig durch die Hafenwelt hier. Das kennen wir gar nicht mehr. Morgens werden wir von Baulärm geweckt, nachdem wir für unsere Verhältnisse richtig lange geschlafen haben. Die Brighton Marina ist mit den vielen Wohnhäusern drum herum und den Restaurants ein kleiner Hotspot für den Ort. Wir stehen gemütlich auf und es gibt erst einmal Frühstück. Dann düsen wir mit den Rädern los, entlang der Promenade auf einem richtig breiten Fahrradstreifen. Brighton ist eine sehr fahrradfreundliche Stadt und es gibt hier viele Radwege, das finde ich sehr gut. Wir schließen die Räder an einem Radständer an der Promenade an und stürzen uns in das Abenteuer der großen Stadt. Erst einmal durch den Park mit den Museen und den royalen Gebäuden. Von dort entlang einer Straße mit vielen kleine Restaurants, stolpern wir auf die Einkaufsmeile von Brighton und auch direkt in den ersten bunten Laden. So geht es weiter, bis in ein Einkaufszentrum und zurück. Denn an dem bunten Laden geht es in die Lanes. Ein Stadtviertel mit kleinen schmalen Gassen und vielen Geschäften. Es wirkt wie bei Harry Potter im Buch hier in dem Altstadtviertel. Hier gehen wir auch bei einem Asiaten Essen und werden sehr positiv überrascht. Ein wirklich leckeres Essen. Dann machen wir uns langsam auf den Weg zu den Rädern und fahren zum Hafen. Noch ein kurzer Ausflug in den Supermarkt und dann gibt es zum Ausklang Sushi im Cockpit vom Idefix.
Heute brechen wir zu einem langen Törn nach Brighton auf. Da die Tide erst ab 9 Uhr günstig steht, starten wir gemütlich in den Tag und ich besorge vor dem Start noch frische Brötchen und räume dann erst das Rad in die Heckkoje. Wir kommen pünktlich los und der Wind ist mit uns. Es geht mit rauschender Fahrt und blauem Himmel den Solent entlang. Heute kosten wir dieses Traumsegelrevier auf seiner ganzen Länge von West nach Ost aus. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke werden wir mit etwas Aufregung belohnt. Diese Woche läuft die Cowes Week, eine der größten Segelwochen mit großen und kleinen Segelyachten, die an den Start gehen. Unser Weg führt an der Startlinie vorbei und mitten durch das Starterfeld. Wir wuseln uns durch die sich vorbereitenden Regattaboote und bekommen hier und da ein fröhliches Lächeln, aber haben auch viele ernste Gesichter gesehen. Zu allem Überfluss kommt noch ein Containerschiff aus Southampton und scheucht die Regatteboote durcheinander, denn der Frachter hat Vorfahrt. Etwas später kommen noch die kleineren Kielboote an uns vorbei. Dann segeln wir weiter entlang des Solent und lassen uns vom Strom schieben. Die nächste Hürde ist Selsey Bill, hier an der Engstelle und dem flacheren Wasser haben wir auch noch den Strom mit uns und kommen entgegen der Hinfahrt zügig voran. Jetzt liegt Kurs Brighton an und man kann es auch schon an der Küste erkennen. Die Sicht ist heute bei dem Sonnenwetter und der trockenen Luft richtig gut. Irgendwann kippt in der Bucht die Strömung und somit wird der Zielhafen gefühlt nie erreicht. Aber gegen 20 Uhr laufen wir doch ein und bekommen eine Box zugewiesen. Schnell die Hafengebühren entrichten und dann gibt es noch eine Tomatensuppe zum Abendessen und ein wenig Kleinkram. Danach sitzen wir etwas geschafft mit Seebeinen im Cockpit. Noch eine kleine Anekdote aus dem Segleralltag. Irgendwann hatte Nicole genug von der vielen Sonne im Cockpit und sich Unterdeck zurückgezogen. Ich habe die elektrische Selbststeuerung entlastet und ausgeschaltet. Gerade bei dem raumen Kurs, wenn Idefix die Wellen herunterruft und man den Zielhafen am Horizont gut sieht und ansteuern kann, drömelt man so vor sich hin. Das hat wohl ein Delfin hinter mir auch bemerkt und ist mal eben auf meiner Seite an den Idefix heuangeschwommen und hat mich angetrötet. Ich bin in dem Moment ganz schön zusammengezuckt, vom Geräusch und dann den Bauch von dem doch ganz schön großen Tier so nah bei mir zu haben. Ich habe Nicole gerufen und wir haben beobachtet, wie er noch ein wenig mehr Späße springend vor uns vollführt hat. Dann sind noch zwei Flossen an uns vorbei geschwommen und die kleine Gruppe ist abgezogen. Ein echt schönes Erlebnis und wir haben dankenswerterweise diesen Urlaub viele Delfine sehen dürfen.
Wir genießen den Hafentag in Lymington und schlafen erst einmal aus. Das ist auch gut so, wir haben mit der Nummer 53 die vorletzte Box an diesem Steg bekommen und der Weg an Land ist eine kleine Wanderung. Ich besorge im M&S frische Brötchen mit dem Rad und muss mich immer deutlich konzentrieren, dass ich auch auf der richtigen Straßenseite fahre. Danach gibt es für den Start in den Tag ein gemütliches Frühstück und dann brechen wir auf, für einen Stadtbummel durch die schöne alte Stadt am Solent. Wir wuseln entlang der Geschäftsstraße und schaue uns die vielen kleinen Läden an. Dabei verstreicht die Zeit auf eine angenehm gemütliche Art und Weise. Zum Abschluss des Ausflugs gibt es in einem Hinterhof noch Sandwiches zur Stärkung. Danach düsen wir zurück zum Hafen und radeln den langen Weg über den Steg zum Idefix. So vergehen gemütliche Hafentage fast wie im Fluge.
Heute geht es wieder in den Solent, die Meerenge zwischen der Isle of Wight und der englischen Insel. Unser Ziel ist Lymingthon. Der Jachthafen mit den schönsten Duschen. Bis dahin haben wir aber noch ein Stück Weg vor uns und ähnelich dem Tag gestern, eine nautisch beachtenswerte Ecke zu Runden. St. Albans Head mit seinen Overfalls steht Portland Bill nur wenig nach. Es gibt zwei, die Ecke mit der langgezogenen Untiefe zu Runden, die Inshore Passage, nahe an den Klippen entlang oder außen herumsegeln. Bei dem angesagten Südwestwind entscheide ich mich morgens für den langen Weg und lege den Navigationspunkt auf dem Plotter so fest. Aber erst fahren wir an der Tankstelle vorbei. Hier helfen wir einer Katamarancrew beim Anlegen. Die planen Nonstop durch den Kanal und dann auf die Biskaya hinaus nach La Rochell zu segeln. Auch nicht schlecht, dort ist es bestimmt noch etwas wärmer als hier. Obwohl heute Jackentag angesagt ist, denn die Wolken hängen wie eine Art Hochnebel in den Klippen. Nach dem Tanken laufen wir aus und segeln raumschots mit guter Fahrt voran. Heute ist wirklich segeln angesagt, was supergut tut. Ich bin froh über unseren guten verlässlichen Diesel, aber die Ruhe des Segelns zu genießen ist auch schön. Es fallen ein paar Tropfen aus den Wolken und Nicole zieht es unter Deck. So richtig viel ist auch nicht los. Ich habe die Windfahne eingestellt und wir laufen gut unseren Kurs.
Unterwegs beobachte ich die anderen Mitsegler, heute sind einige mit uns unterwegs und alle anderen fahren zielstrebig auf den Inshore Weg zu. Auf dem AIS kann ich erkennen, dass die ersten vor uns die Stelle schon passiert haben. Somit entscheide ich mich um, stelle den neuen Kurs auf dem Plotter und der Windfahne ein und folge einem englischen Segler durch die Overfalls. Die sind heute spannend, es rumpelt deutlich vor dem Kap im tiefen Wasser. Hier vereinigen sich die Strömungen aus der Bucht und von Kanal und die Geschwindigkeit über Grund nimmt rasant zu. Der normale Wind wird von dem Fahrt Wind fast aufgehoben. Ich halte mich an die Beschreibung im Reeds und deutlich unter Land, denn weiter draussen kann man deutlich die Brandungswelle durch den Strom sehen und hören. Das Meer grollt hier richtig. Dann bin ich um die Ecke und fahre zielstrebig auf eine unruhige Wasserstelle zu. Hier entstehen die Overfalls an den Klippen und ziehen sich hinaus aufs Meer. Je weiter man Richtung mehr unterwegs ist, um so höher werden sie. An dem Segler vor mir kann ich erkennen, dass es rumpeln und pumpeln wird, aber nicht gefährlich wird. Dann fährt der Idefix ein und wird hin und her geschüttelt, denn die Wellen kommen unkontrolliert aus allen Richtungen und man hat kaum eine Chance, sie auszusteuern. Da der Strom einen immer noch rasant vorwärtstreibt, hört es auch so schnell wieder auf, denn das Wasser wird wieder tiefer. Ich stelle den neuen Kurs, auf die Ansteuerung der Needls für den Solent ein und Idefix rauscht bei raumem Wind gut voran. So fühlt sich das Segeln gut an. An den Needls ist die Sicht durchwachsen und die Wolken hängen noch tief. Ich fahre in das Fahrwasser ein und rolle dazu noch die Fock ein, denn jetzt kommt der Wind von hinten. Es geht immer noch mit rauschender Fahrt in den Solent, der angefüllt mit bunten Segeln ist. Überall laufen Regatten für die berühmte Cowes Week. Vor der Hafeneinfahrt bergen wir das Großsegel und auf dem Weg in den schönen Yachthafen begegnet uns noch die große Fähre rüber nach Yarmouth, was in dem schmalen Schlauch von Fahrwasser spannend ist. Dann lassen wir den Nachmittag und Abend gemütlich im Cockpit und später unter Deck ausklingen, dank des Windes ist es hier entgegen zuhause angenehm kühl. |
AuthorNimm teil an den Abenteuern des Segelboot Idefix und seiner Crew. Archives
August 2026
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